Weil wir jetzt handeln müssen

Gemäß Pariser Klimaabkommen sollen die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2035 auf Null reduziert werden. Leider wird die entsprechende Umsetzung jedoch nach wie vor nicht im notwendigen Maß angegangen, weder auf nationaler noch auf europäischer und internationaler Ebene.

Gleichzeitig sind immer mehr Menschen für die nötigen Veränderungen bereit und fordern dafür geänderte Rahmenbedingungen. Die kommunale Ebene (Gemeinden, Städte und Landkreise) kann diesen Rahmen und Raum bieten. Denn im Gegensatz zur Bundesebene sind hier überparteiliche Mehrheiten einfacher möglich, Entscheidungen können schneller getroffen und umgesetzt werden.

Die Auswirkung von Beschlüssen ist vor Ort direkter wahrnehmbar.
Bürger*innen, Unternehmen und Kommunen werden so aktive Gestalter der Energiewende.

CO2COMPASS unterstützt Kommunen und ihre Bürger*innen und Unternehmen dabei, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Ein motivierender Kompass

Ein wichtiges Instrument im Rahmen des Programms CO2COMPASS ist eine Monitoring-App, die Emissionen für jeden teilnehmenden Haushalt, jedes teilnehmende Unternehmen sowie kommunal betriebene Gebäude und Betriebe transparent macht. Die Erfassung – wahlweise manuell oder automatisiert – ist freiwillig und erfolgt unter hohem Datenschutz. Sie ermöglicht einen schnellen Überblick über den eigenen Fußabdruck, veranschaulicht so wirkungsvolle Maßnahmen unmittelbar und lädt zu Austausch und Vernetzung mit anderen Bürger_innen oder Betrieben ein. Durch die motivierende Darstellung der gemeinsam erreichten Fortschritte schafft der CO2COMPASS ein klareres Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns und fördert Verantwortungsübernahme.

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Schritt für Schritt auf Null

Am Programm CO2COMPASS teilnehmende Kommunen beschließen den Umbau zu einem klimaneutralen Energieversorgungs- und Mobilitätssystem bis 2035 – für viele der logische Schritt nach Ausrufung des Klimanotstands. Realisiert wird der Umbau über kontinuierlich sinkende Zielwerte, ein teilautomatisiertes Verbrauchsmonitoring, einen angemessenen Klimabeitrag sowie die Teilnahme aller kommunalen Akteure: Bürger_innen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Die Berechnung konzentriert sich zunächst auf den direkten Energieverbrauch: Wärme und Strom. In jährlichen Schritten werden die Emissions-Zielwerte bis auf Null im Jahr 2035 reduziert. Bürger_innen und Unternehmen, die die Zielwerte einhalten und unterschreiben, bleiben weitgehend beitragsfrei und erhalten eine Anerkennung.

Mehremissionen werden analog zur Müllgebühr mit einem kommunal festgelegten Klimabeitrag ausgeglichen.

Die Beitragszahlungen gehen in einen Fonds und ermöglichen Investitionen für den Umbau insbesondere im Wärme- und Mobilitätsbereich. Dies kann beispielsweise ein CO2-armes Nahwärmeangebot aus einem Solar- und Bioenergie-Heizkraftwerk sein. Auch die Finanzierung von Maßnahmen zur CO2-Bindung, z.B. durch kommunale Aufforstungsprojekte, gehören dazu. Die Entscheidung über die Mittelverwendung wird auf Basis eines professionellen Klimaschutzkonzepts zusammen mit den Bürger_innen getroffen. Umsetzung und Erfolg der Maßnahmen werden engmaschig kontrolliert.

Der Umbau zur CO2-Freiheit macht Kommunen nachhaltig attraktiver.

Wirtschaftlich und effizient

Die durch CO2COMPASS in einer Vielzahl von Kommunen erfassten Daten und Erfahrungen bieten eine solide Basis für die Auswahl von Maßnahmen mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis. Sie zeigen einen bezahlbaren Weg zur Klimaneutralität. Der Erfolg von Klimaschutz-Investitionen kann durch das Monitoring unmittelbar kontrolliert, Fehler können schnell korrigiert werden.

Klima- und sozialgerecht

Explizites Ziel von CO2COMPASS ist, dass möglichst wenige Bürger_innen und Unternehmen einen Beitrag zahlen. Dabei hilft die Monitoring-App. Die Kommune unterstützt mit Beratungsangeboten und zeigt Wege zur Emissionsreduktion auf. Freiwillig geleistete Kompensationen werden als Guthaben angerechnet. Da Haushalte mit geringem Einkommen in der Regel auch geringere Pro-Kopf-Emissionen aufweisen, werden voraussichtlich gerade diese Haushalte anfangs – und mit kommunaler Unterstützung auch in den Folgejahren – beitragsfrei bleiben. Zusätzlich kann der Beitrag sozial begründet reduziert oder erlassen werden.

CO2COMPASS schafft Perspektiven

Neben der Reduktion der direkten CO2-Emissionen ist ein wichtiges Ziel des CO2COMPASS, auch für die indirekten CO2-Emissionen wie z. B. die graue Energie, die in Produkten oder Gebäuden steckt, das Bewusstsein und die Handlungsmöglichkeiten zu stärken, um auch in diesem Bereich die Netto-Emissionen auf Null zu reduzieren. Dies geschieht zum einen durch das Vermitteln von Informationen.

Darüber hinaus unterstützt CO2COMPASS Forderungen in Bezug auf übergeordnet notwendige politische Maßnahmen. Das Programm versteht sich als Beitrag zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Es soll auf internationaler Ebene, beginnend mit europäischen Kommunen, parallel eingeführt werden.

Durch das Programm CO2COMPASS zeigen die Kommunen Perspektiven auf. Sie stoßen einen nachhaltigen Strukturwandel an, gewinnen an Attraktivität, fördern Zufriedenheit und Vertrauen durch Übernahme von Verantwortung. Teilnehmende Kommunen werden zu Zukunftskommunen – ein wegbereitendes Netzwerk entsteht.

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Alle profitieren

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Bürger_innen

  • Geringere Energiekosten
    Reduzierte Energieverbräuche von Bürger_innen und Gewerbe insbesondere für Wärme und Mobilität
  • Erhöhte Lebensqualität
    Gesunde und bezahlbare Mobilität für alle, mit sauberer Luft, Raum für Bewegung, Begegnung und Grün
  • Gutes Zusammenleben
    Aktive und zusammenwirkende Beteiligung der Bürger_innen aller Bevölkerungsgruppen sowie des Gewerbes
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Wirtschaft

  • Projekte in Zukunftsbereichen
    Wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die private und öffentliche Investitionen auslösen für CO2-vermeidende Technologien und Maßnahmen
  • Machbarer Umbau für Wettbewerbsvorteil
    Berücksichtigung unterschiedlicher Ausgangslagen von Unternehmen bei der Umstellung auf klimaneutralen Betrieb
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Gesellschaft

  • Sicherheit gegen Rohstoffkrisen
    Eine Energieversorgung, die auf 100 % erneuerbaren, vorzugsweise lokal/regional erzeugten Energien beruht
  • Sozialer Frieden
    Berücksichtigung der sozialen Gerechtigkeit
  • Nachhaltigkeit und Zukunftssicherung
    Umsetzung der 1,5°C-Klimaschutzziele