CO2COMPASS - Das Konzept

Kommunen sind der zentrale Ort, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens in die Tat umzusetzen. Die gute Nachricht: Viele Städte und Gemeinden sind bereits klimaaktiv. Sie haben Klimaschutzkonzepte entwickelt und setzen diese auch sukzessive um. Einige haben bereits den "Klimanotstand" ausgerufen und so deutlich gemacht, dass wir noch schneller handeln müssen als bisher. Denn die Zeit wird knapp.

Doch das aktuelle Klimageschehen zeigt: Wir brauchen eine neue Qualität im kommunalen Klimaschutz. Wir müssen konsequenter und auch effizienter handeln, um die Klimaziele überhaupt erreichen zu können. Es braucht einen Paradigmenwechsel und noch mehr Anstrengungen, die Klimagas-Emissionen von Haushalten, Gewerbe und Industrie deutlich zu reduzieren.

Die Initiative CO2COMPASS ist angetreten, Kommunen mit einem umfassenden Konzept auf dem Weg zur Klimaneutralität zu unterstützen:

1. Emissionsziele

In einem ersten Schritt werden die Ziel-Emissionswerte gemäß Pariser Abkommen für die Kommune ermittelt und den einzelnen Haushalten und Unternehmen zugeordnet. Daraus ergibt sich ein Fahrplan für die erforderliche CO2-Reduktion, an dem sich alle Klimaschutzmaßnahmen in der Kommune messen müssen.

2. Verbrauchserfassung

Die Gebäudeeigentümer_innen werden per Satzung zur Mitteilung der jährlichen Energieverbrauchswerte verpflichtet. Dies kann bequem automatisiert geschehen. Die Daten werden unter strenger Wahrung des Datenschutzes ausgewertet. CO2COMPASS stellt eine Monitoring-App zur Verfügung, mit der Bürger_innen und Unternehmen ihren individuellen CO2-Fußabdruck, auch in Bezug auf ihr Mobilitäts- und Konsumverhalten, unkompliziert ablesen können.

3. Beteiligen und unterstützen

Die Bürger_innen und Unternehmen werden durch ein konsequentes Beteiligungsprogramm zu den aktiven Gestaltern des Umbaus zur Klimaneutralität. Diese Angebote und die Darstellung der Ergebnisse bewirken ein Zusammenwirken der einzelnen Aktivitäten, wodurch sich ganz neue Möglichkeiten und eine starke gemeinsame Motivation ergeben. Ein kostenloses Beratungsprogramm hilft, die Klimaschutz-Zielwerte zu erreichen. Geringverdiener werden unterstützt, ihre Strom- und Wärmekosten zu reduzieren.

4. Kommunaler Klimabeitrag

In einem vierten Schritt führt die beteiligte Kommune einen kommunalen Klimabeitrag ein. Dieser ist an die Emissionen für Strom und Wärme der jeweiligen Gebäude gekoppelt. Je geringer der aktuelle CO2-Ausstoß, desto geringer auch der Beitrag – liegt er unter den jährlichen Zielwerten, so entfällt er ganz. Bürger_innen und Unternehmen, die sich aktiv am Umbau der Kommune zur Klimaneutralität beteiligen, bleiben so voraussichtlich beitragsfrei. Die anderen unterstützen den Umbau mit ihrem Beitrag. Mit dem damit gebildeten Klimafonds können Klimaschutzmaßnahmen vor Ort finanziert werden. So profitieren alle. Für Geringverdiener – soweit sie nicht durch ihre geringen Emissionen ohnehin beitragsfreie Klimaschutz-Vorreiter sind – kann der Beitrag reduziert oder erlassen werden.

5. Der Umbau zur kommunalen Klimaneutralität

Mit den gebäudegenauen Klimabilanzen und den Mitteln aus dem Klimabeitrag ist der Weg frei für zielführende kommunale Investitionen, die allen zu Gute kommen. Dies nicht nur im Gebäudebereich sondern auch bei der Umgestaltung des Verkehrs. Ziel ist die Klimaneutralität bis 2035. Ein engagiertes Ziel angesichts der tatsächlichen Klimagasemissionen in Stadt und Land. Es ist aber ein Ziel, das wir unbedingt erreichen müssen, wenn wir unseren Lebensraum für künftige Generationen erhalten wollen.

Ein motivierender Kompass

Begleitet wird das Programm von einer Monitoring-App, die für jeden teilnehmenden Haushalt, jedes teilnehmende Unternehmen sowie kommunal betriebene Gebäude und Betriebe die eigenen Emissionen transparent macht. Die Erfassung – wahlweise manuell oder automatisiert – ist freiwillig und erfolgt unter hohem Datenschutz. Sie ermöglicht einen schnellen Überblick über den eigenen Fußabdruck, veranschaulicht so wirkungsvolle Maßnahmen unmittelbar und lädt zu Austausch und Vernetzung mit anderen Bürger_innen oder Betrieben ein. Durch die motivierende Darstellung der gemeinsam erreichten Fortschritte schafft der CO2COMPASS ein klareres Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns und fördert Verantwortungsübernahme.

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